Der deutsche PEN wählt neues Präsidium

Das deutsche Pen-Zentrum, der hiesige Ableger der international bedeutsamsten Schriftsteller*innen-Vereinigung wählt auf seiner diesjährigen Jahrestagung ein neues Präsidum. Die PEN-Zentren, die in fast allen Ländern bestehen, leisten eine überauswichtige Arbeit für die Freiheit des Wortes und derer, die es erheben. Auch in Deutschland betreut der PEN inhaftierte und verfolgte Autorinnen und Autoren im Ausland, unterstützt mit einem eigenen Stipendiaten-Programm Kolleg*innen, die in Deutschland Zuflucht gefunden haben. Unüberhörbar waren u.a. seine Forderungen an die Türkei. Can Dünbar ist Ehrenmitglied des deutschen PEN-Zentrums.

Der Dank an den scheidenden Präsidenten Josef Haslinger wird kräftig ausfallen. In seiner Pressemitteilung schreibt der deutschen PEN:

Jahrestagung des PEN vom 27.4.-30.4.17 in Dortmund

„Bleib erschütterbar und widersteh.“ Unter diesem Motto aus der Feder des aus Dortmund gebürtigen Schriftstellers Peter Rühmkorf steht die diesjährige Jahrestagung des deutschen PEN, die am 27.4.2017 beginnt.

Neben dem Vereinsalltag mit Berichten, Debatten, Resolutionen und Zuwahlen neuer Mitglieder wird am 28.4. im Dortmunder U ein neues Präsidium gewählt. Josef Haslinger kandidiert nicht mehr als PEN-Präsident, und so darf man gespannt sein, wer künftig an der Spitze des PEN stehen wird. Die Wahlen sind nicht öffentlich.

Der Dortmunder Oberbürgermeister Ullrich Sierau und PEN-Präsident Josef Haslinger eröffnen die Jahrestagung am Donnerstag, den 27.4., um 18 Uhr in der Bürgerhalle des Dortmunder Rathauses. Im Anschluss lesen und sprechen unter Moderation von Stefan Keim die PEN-Autoren Kathrin Aehnlich, Jörg Albrecht und Ulrike Almut Sandig über Lebensentwürfe, die sich nicht allein durch inhaltliche, sondern auch ästhetische Gestaltung auszeichnen.

„Writers-in-Exile“ und „Writers-in-Prison“: Diese beiden international ausgerichteten Programme des deutschen PEN stehen am Freitag, den 28.4., ab 19 Uhr im Theater im Depot im Mittelpunkt. Die nordrhein-westfälische Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport Christina Kampmann spricht ein Grußwort, SWR-Redakteur Gerwig Epkes moderiert die Podiumsdiskussion „Gegen(-)Wahlen? Wie geht es weiter mit der Demokratie und der Meinungsfreiheit?“ mit dem Dortmunder Oberbürgermeister Ullrich Sierau, dem PEN-Vizepräsidenten Sascha Feuchert, Bestsellerautor David Van Reybrouck und dem Politologen Peter Widmann. Writers-in-Exile Beauftragte Franziska Sperr stellt im Anschluss die aktuellen Writers-in-Exile Stipendiaten des PEN vor.
Der PEN-Freundeskreis trifft sich am 29.4. um 14 Uhr in der Mediathek des Dortmunder U. Interessierte sind herzlich willkommen. Die Abschlussveranstaltung „Poetische Schlagwetter. Literatur und Arbeit“, eine Matinee in der Rotunde im Museum für Kunst und Kulturgeschichte, trägt am Sonntag, den 30.4., ab 11 Uhr der literarischen Tradition Dortmunds Rechnung. DGB-Vorsitzender Reiner Hoffmann, Schriftsteller und Filmemacher Jean-Paul Dekiss sowie PEN-Autorin Kerstin Hensel diskutieren Leiharbeit, Zeitarbeit, Homeoffice, Scheinselbständigkeit, Arbeitslosigkeit – Schlagwörter zur neuen Arbeitswelt, hinter denen sich Schicksale verbergen. Außerdem stellt Herausgeber und PEN-Mitglied Heinrich Peuckmann die Anthologie „Literatur und Arbeit“ vor.

Weitere Informationen zu den öffentlichen Veranstaltungen unter http://bit.ly/2oIrJY6; der Eintritt ist frei.

 


Save pagePDF pagePrint page

Leander Sukov

Schriftsteller, wohnt in Ochsenfurt. Studium der Volkswirtschaft (unvollendet). Geschäftsführer und Prokurist bei Unternehmen in Hamburg und Berlin. PR-Manager und Kulturjournalist. Mitglied des Verbandes deutscher Schriftsteller und des PEN Zentrums Deutschland.