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Klaus Erfmeyer auf dem Weg zum großen Krimiautor

TribunalJackPotted

Damit es gleich klar ist: Krimis stehen nicht grade oben auf meiner Leseliste. Allzu häufig serviert das Krimi-Genre eine äußerst seichte, im besten Falle mittelmäßige Kost, spannungs- und einfallslos gleichermaßen. Nicht wenige Autoren erhoffen sich einen Durchbruch in diesem Segment, gilt es doch als absatzstark, Filmvorlage-trächtig und freundlich zu Einsteigern – was besagte Damen und Herren mitnichten zu besseren Autoren macht. Geschweige denn zu Schriftstellern/innen.

Kurz: Einen guten Kriminalroman aus diesem flachen Plunder-Meer zu fischen gleicht einem Jackpot-Gewinn. Die Chancen stehen schlecht für die anspruchsvolleren Leser, die mehr verlangen als berechenbare Wendungen und schlechte Plots. Gmeiner, seines Zeichens auf das Genre spezialisiert, hat – gleich vielen Anderen - schon sog. Krimis vorgelegt, bei denen sich die geneigte Leserschaft fragt, ob dem Verlag die Lektoren ausgegangen. Und dann kriegt man einen Erfmeyer in die Finger … fast mag man schon nicht mehr dran glauben: Ein Krimi! So echt gezz.

Tribunal ist eine pfiffige, sprachgewandte und vor allem äußerst spannend geschriebene Geschichte mit authentischem Ruhrpott-Charakter ohne jegliches Ruhrgebiets-Klischee. Erfmeyer beherrscht das ganze Repertoire moderner Spannungsliteratur und er versteht sein Handwerk; nie wird der Bogen überspannt, nie verkommt die kurzweilige Schreibe zu seitendreschender Langeweile oder dumpfem Mainstream. Das liest sich fesselnd, das hat Dichte und Stil – und zwar einen eigenen. Wie der Autor mit diesem sagenhaft guten Thriller leichthändig beweist.


Kaus Erfmeyer: Tribunal. Ein Ruhr-Krimi.
Gmeiner Verlag ISBN: 978-3-8392-1060-4

 

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