banner468

Eine gewisse Tendenz

Eine gewisse Tendenz als vollständiges PDF in einem Stück.
Hier

Termine

MAI
24

24.05.2013 20:00 - 23:00
Dominik Plangger @ Kostbar Thomsdorf

MAI
25

25.05.2013 20:00 - 23:00
Dominik Plangger @ 11-line Potsdam

MAI
27

27.05.2013 19:45 - 22:45
Autorenlesung Michael Kuss "Pariser Mai 68"

MAI
30

30.05.2013
3. PARADIESVOGELFEST

JUN
08

08.06.2013 18:00 - 21:00
Wölfe mitten im Mai. Ein Degenhardt-Abend.

Mailingliste

Kulturmaschinen-Liste-Abo
Deine Mail-Adresse
Dein Name (optional):
Dein Passwort zur Verwaltung Deiner Einstellungen bei der Mailingliste:
Passwort:
Nochmal:
Willst Du die Mails einzeln oder als Digest haben?
Nein Ja
Auch Sie können über die Mailingliste Termine schicken

Termine

Keine Termine

Kalkutta

 

kalkutta buchDurga, Dichter und vermisste Dämonen

Nach „Indien von Innen“ (cultureglobe berichtete) legt Rainer Thielmann mit „Kalkutta“ seinen zweiten Lyrik-Foto-Band zum Subkontinent vor und dieses Mal widmet er seine Aufmerksamkeit der südlichen Metropole Kalkutta, die auch als das „Armenhaus Indiens“ bezeichnet wird.

Herrschten in „Indien von innen“ noch die meditativen Töne vor, so überrascht der Einblick in die heute wieder Kolkata genannte Stadt mit einem buntem Gemisch aus visuellen Impressionen und einer Lyrik, die in so manchem Vers um den Blick des Dichters ringt. Es ist Kalkutta selbst in all seinen widersprüchlichen Impressionen, in der bunten Dichte erschlagender Eindrücke, das sich im Buch zeigen möchte. Zum Teil ist das gelungen. Auf eine klare Linie bei der Auswahl der Fotos wurde verzichtet und so ist auch die Vielfalt der Bilder Ausdruck des pulsierenden Lebens der Stadt. Eine gelungene Komposition voller Lebensfreude.

Auch kombiniert Thielmann in „Kalkutta; Durga, Dichter und Dämonen“ die bewährte Methodik von Bild und Lyrik mit konkreten Informationen zur Stadt, ihrer Kultur und Geschichte, die dem Leser willkommene Hintergründe vermitteln. Doch ein wenig vermisst man den im Untertitel angekündigten Rundumblick; das Dämonische hat weder Gastauftritt noch spielt es gar eine Rolle, sondern wird durch die gewählte Stilistik zu einer schemenhaften Randfigur. So ist der Dichter dort auch weder unbeteiligter Beobachter noch wirklich im Bildgefüge daheim, sondern in einer informellen Zwischenwelt, die ebenso schemenhaft ist, wie die Darstellung des Dämonischen, der es an Unmittelbarkeit fehlt.

Dieser blinde Fleck ist bedauerlich und mag Ausdruck jener typischen Gelassenheit sein, die Indien-Reisende seit je her entwickeln mussten, um von der überschäumenden Wucht der Andersartigkeit in all ihrer in Indien gelebten Intensität nicht erschlagen zu werden. Man wünscht sich allerdings, der Autor hätte sich erschlagen lassen und davon berichtet – oder hätte das eine, zu kurz gekommene, Szenario ohne Worte und in ebensolcher Bilderflut für sich sprechen lassen, so dass es den Leser erschlagen kann, ungefiltert. Die Dämonen hätten ein Kapitel im Buch verdient.

Hervorragend gelungen ist die Beschau einer Metropole in ihren leuchtenden, bunten Farben und lebendigen Facetten, die den lichten Aspekt Kolkatas betonen und vielleicht war es auch die Intention des Autors, eine andere Seite der Stadt zu zeigen als jene, welche Kalkutta den Titel „Armenhaus Indiens“ einbrachte. Vor allem für jene, die sich lieber mit diesem Aspekt auseinandersetzen möchten, ist das Buch eine wahre Fundgrube an Impressionen, Farben und Bildern, bereichert durch ein ganzes Kapitel, das sich den Sundarbans („schöner Wald“) widmet, die rund 70 km südlich von Kalkutta liegen. Ganz besonders hervorzuheben sind auch die Portraits von Menschen, denen Thielmann viel Raum in seiner Fotoauswahl widmet. In ihrer ungebrochenen Gänze versöhnen sie ein wenig mit dem fehlenden Klarblick auf die Dämonen.

Rainer Thielmann: „Kalkutta“

Reiselyrik Verlag

ISBN: 978-3-9812583-2-5

104 Seiten • 230 Farbfotos •
60 Gedichte • 7 Infotexte •
1 Song (als Link)

www.indienvoninnen.de

Theater

News image

Theater Naumburg: Der Tod und

  Der Tod und das Mädchen Schauspiel in der Übersetzung von Ulli Stephan und Uwe B. Carstense... ... weiter lesen

COMMENTS

News image

Hochhut im Brandenburger Theat

  Uraufführung  MOLIÈRES TARTUFFE  Schauspiel in drei Akten von ROLF HOCHHUTH &nb... ... weiter lesen

COMMENTS

3 ägyptische Künstler im TAK B

  Symbole, Chorale und Transmutationen Das TAK Berlin lädt Berliner Jugendliche, Schauspieler... ... weiter lesen

COMMENTS

News image

Die vier Himmelsrichtungen

  Schauspiel in seiner besten Form Mit viel Spaß am Spiel, unter Auskostung aller stückeigene... ... weiter lesen

COMMENTS

More in: Theater

Literatur

News image

Der Idealist - Eine Rezension

  Heinrich von der Haar„Der Idealist“ RomanKulturmaschinen Verlag Berlin, 2013 Der zweite Band einer geplanten Trilogie, nach dem Roman „Mein Himmel brennt.“ ... Mehr lesen

COMMENTS

News image

Heinrich von der Haar: „Mein H

  Heinrich von der Haar: „Mein Himmel brennt“Roman, Kulturmaschinenverlag Berlin, 2013 Ein Bauernsohn aus dem tiefkatholischem, man möchte gerne schreiben, aus dem ... Mehr lesen

COMMENTS

News image

Wilder Streik

  Das ist Revolution Im Jahre 1973 fand in der Automobilzulieferungsfirma Pierburg in Neuss ein Streik statt – einer der in vielen ... Mehr lesen

COMMENTS

News image

Die Ordnung des Raums

  Die Weite des Raums 15 Jahre nach der Veröffentlichung seiner gleichnamigen Diplomarbeit bei Edition Ergon hat Jürgen Mümken seine Arbeit grundlegend ... Mehr lesen

COMMENTS

Die Reichen werden reicher ...

Anzeige

Banner