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Eine gewisse Tendenz

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MAI
24

24.05.2013 20:00 - 23:00
Dominik Plangger @ Kostbar Thomsdorf

MAI
25

25.05.2013 20:00 - 23:00
Dominik Plangger @ 11-line Potsdam

MAI
27

27.05.2013 19:45 - 22:45
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MAI
30

30.05.2013
3. PARADIESVOGELFEST

JUN
08

08.06.2013 18:00 - 21:00
Wölfe mitten im Mai. Ein Degenhardt-Abend.

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Fleischlos

veganismusPostveganer Modernismus


Nicht weniger als Zusammenhang von Postmoderne, Anarchismus und Veganismus zu beschreiben, hat sich Bernd-Udo Rinas für seine beim Verlag Archiv der Jugendkulturen veröffentlichte Dissertation auf die schwarz-grüne Fahne geschrieben. Hier schreibt ein bekehrungswütiger Veganer, der ohne große Kenntnisse der Materie, den Anspruch erhebt, den Anarchismus zu erneuern und an die Postmoderne anzupassen.  Dabei nähert er sich von einer Analyse der gesamtgesellschaftlichen Analyse (soziologisches / jugendsoziologisches Blahblahblah), über die Geschichte des Veganismus (in der Religion, in der Philosophie und als Bewegung im 20. Und 21. Jahrhundert) den drei Grundbegriffen (Postmoderne, Anarchismus, Veganismus), um die Postmoderne zum kommenden Zeitalter des Veganismus auszurufen. Die im Untertitel seiner Arbeit auftauchende Erwähnung der Jugend wirkt wie ein Feigenblatt, um die Dissertation beim Verlag des Archivs der Jugendkulturen unterzubekommen. Die Jugend spielt in seiner Untersuchung nämlich nur eine untergeordnete Rolle bei der Verortung des gesamtgesellschaftlichen Kontextes der Problematik. Im Fazit seiner Studie taucht sich nur noch in einem Halbsatz auf.

In vielen Hinsichten offenbaren sich deutliche Wissenslücken und Unkenntnisse  beim Verfasser bezüglich seines Forschungsgegenstands. Sein Forschungsstand zu Anarchismus reduziert sich weitgehend auf eines Analyse des aktuellen Verlagskatalogs von Edition AV; sein Kapitel über Postmoderne kommt gänzlich ohne die Erwähnung des Begriffs „Spätkapitalismus“ aus, der in der Wissenschaft als Vorläuferbegriff von „Postmoderne“ gehandelt wird; die anarchistische Tradition des Vegetarismus / Veganismus, die sich z.B. in der christlich-anarchistischen Ethik von Leo Tolstoi  sowie im anarchistischen Flügel der Reformbewegungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu finden ist, wird vollkommen ignoriert.

Weiterhin weist Rinas Analyse auch explizite Schwächen bezüglich der Methodik und Analyse auf. Seine Darstellung der philosophischen Anerkennung von Tierrechten ist über weite Strecken eine Wiedergabe des Standardwerkes von Jean-Claude Wolf über Tierethik, aus dem er auch Zitate von Philosophen direkt zitiert – ohne sich die Mühe zu machen, diese im Original nachzuschlagen.  Gelegentlich werden auch Wikipedia-Beiträge zitiert oder der ehemalige Innenminister Wolfgang Schäuble (!) als Experte für die Postmoderne herangezogen. Das wirkt im Ganzen etwas unprofessionell.

Dieses Buch ist vielleicht für Einsteiger in die Thematik „Veganismus“ interessant, aber sie wird nicht ihrem wissenschaftlichen Anspruch oder auch dem erklärten Ziel des Autors, zu einer Erneuerung und Modernisierung des Anarchismus beizutragen, gerecht. Der Bezug zur Jugend fehlt z.B.  weitgehend in seiner Arbeit. Über weite Strecken präsentiert er lediglich Altbekanntes und gibt die altbackene Szenediskussionen wieder, ohne diese näher zu analysieren. Das Buch ist gutgemeint, aber die Idee wurde schlecht umgesetzt. Schade.

 

 

Bernd-Udo Rinas: Veganismus. Ein postmoderner Anarchismus bei Jugendlichen, Verlag Archiv der Jugendkulturen Berlin 2012 (Zugl. Diss., Universität Giessen o.J. ), ISBN: 978-3-940213-71-6, 311 S. Preis: 28 Euro.

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