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Eine gewisse Tendenz

Eine gewisse Tendenz als vollständiges PDF in einem Stück.
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Termine

MAI
22

22.05.2013 19:30 - 22:30
Heinrich von der Haar liest in Rathenow

MAI
24

24.05.2013 20:00 - 23:00
Dominik Plangger @ Kostbar Thomsdorf

MAI
25

25.05.2013 20:00 - 23:00
Dominik Plangger @ 11-line Potsdam

MAI
27

27.05.2013 19:45 - 22:45
Autorenlesung Michael Kuss "Pariser Mai 68"

MAI
30

30.05.2013
3. PARADIESVOGELFEST

JUN
08

08.06.2013 18:00 - 21:00
Wölfe mitten im Mai. Ein Degenhardt-Abend.

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Belletristik

Blut ist ein Fluss

Blutfluss72Verbrechen lohnt sich, fragt sich nur für wen

Ich möchte an Ihr Herz! Ich möchte Ihnen dort etwas nahelegen. Ein Buch, dass ich nie gelesen hätte, hätte der Autor mich nicht gebeten, einen Blick hineinzuwerfen. Der Blick hat einige Stunden gedauert. Dann verfluchte ich das Buch. Es hörte auf. Das war ein unfreundlicher Zug von ihm.

Es handelt sich um einen Krimi. Um was es geht, kryptisch genug darlegt, so dass sie es noch lesen müssen, sagt der Klappentext, den ich einfach übernehme: „Am Ufer eines Flusses findet man die Leiche eines Jungen: Das jüngste Opfer eines Serienmörders, der seit Monaten Angst verbreitet. Die örtliche Polizei ist überfordert, zumal sich der Polizeichef nicht nur mit diesen Morden herumschlagen muss, sondern auch mit seinem ‚Thronfolger‘ Martin Oliver. Und während der Krimiautor Tom Torn an seinem neuen Roman arbeitet, haben alle nur eine Forderung: Die Spirale der Gewalt weiter anzuziehen.“

Mir kommt es auf den Autor und seine Sprache an. Da kann nämlich einer – und das ist selten, glauben Sie mir – über das normale Maß, über die allgemeine Mittelmäßigkeit hinaus schreiben. Mit Sätzen, mit Wörtern, die immer der Situation angemessen sind, die in die Geschichte hineinziehen.

Der Schuss zerfetzte sein Gesicht. Der Kopf wippte aufgeregt hin und her. Als könnte er sich nicht zwischen Zustimmung und Ablehnung entscheiden. Fleischbrocken flogen in alle Richtungen. Der Rest des ehemaligen Gesichts war kaum noch zu indentifizieren. Eingedrückt. Nur noch Reste von Knochen, Fleisch, Knorpel und Haut. Das war kein Gesicht mehr. Das war ein blutiger Brei.“ So schreibt Guido Rohm und auch so: „Und dann verfiel Pat wieder einmal auf die sonderbare Idee, in den Stall zu gehen, sein Pferd zu erschießen und sich aufzuhängen. Dieser Idee hing er in letzter Zeit immer öfter nach. Wurde förmlich zu einer Mani. Zu einem Zwang. Manchmal konnte er sich kaum dagegen wehren. Spürte die Kraft in seinen Beinen und den ernsthaften Willen es zu tun.“

Mit dieser ungeheuren Konzentration auf das Wesentliche von Situationen, mit dieser gebündelten Sprachkraft schafft es Guido Rohm jede gefährliche Klippe von Länge und Langeweile zu umschiffen. Da ist nichts zu viel – und was noch schlimmer wäre: da ist nichts zu wenig.

Guido Rohm ist ein guter, ein großartiger Autor, und wenn er weiter schreibt mit dieser Stärke, dann wird er einer der großen deutschsprachigen Schriftsteller werden. Einer der einen Krimi schreiben kann und dabei kein Genrebuch abliefert, sondern Literatur, gute Literatur. Kaufen Sie sich das Buch. Und achten Sie auf den Autor. Man wird noch von ihm hören. Ach, was! Man muss noch von ihm hören. Die deutschsprachige Literatur braucht ihn.

Blut ist ein Fluss - Seeling Verlag

ISBN: 978-3-938973-12-7
198 Seiten, 13 x 20 cm
Broschur
Preis: 12.- Euro (D)

Erich Köhler Poetik Veranstaltung

erich1993Erich Köhler Poetik Veranstaltung
am 14. August ab 11 Uhr
in 15913 Alt Zauche, Siedlungsstraße 17
Erich Köhler Haus


Erich Köhler gehörte zu den herausragenden Schriftstellern der DDR. Sein umfangreiches Gesamtwerk, wird durch den Kulturmaschinen Verlag nach und nach wieder aufgelegt, resp. erstmalig veröffentlicht.

Programm:

Begrüssung und musikalische Umrahmung
Vorstellung des Erich Köhler Hauses, des Lebens und Werks Erich Köhlers
Vorstellung des Arbeitskreises Poetik Initiative Menschwerdung II
Lesung aus dem letzten unveröffentlichten Werk „Menetekel“
Gedichte vom Dichter selbst rezitiert
Vorstellung des Kulturmaschinen Verlages
Lesung aus „Sture und das deutsche Herz“ durch Leander Sukov
Lesung aus „Radauer oder Aufstieg und Fall von Politanien“ durch Simone Barrientos Krauss
Diskussion und Gespräche
Offenes Ende

Der zum Ewigen umkehrt

Anmerkungen zu Benjamin Steins Roman "Die Leinwand"
Die Weisen waren der Ansicht, daß nicht nur bei der Geburt
eine auf Rückkehr in die Welt wartende Seele in einen neuen
Körper übergehen kann, sondern auch während der Tevila
eines Konvertiten. In gewisser Weise, meinte Ariel, gelte
dies auch für einen, der zum Ewigen umkehrt.

>>>> Dieses ist ein guter Roman.
alban_web_standardIch meine dies durchaus unspöttisch im Sinn des „guten Buches”, das jemand zur Hand nehmen möge; ich meine es aber auch sowohl wegen der Spannung, die >>>> Benjamin Stein aufzubauen versteht, wie aufgrund des für mich eigentlichen, im Wortsinn, Kunst-Stücks dieses Buches: die zumindest m i r völlig ferne Lebenswelt festen jüdischen Glaubens präzise und plastisch, vor allem, und zwar warmherzig, als eine gegenwärtige Normalität zu vermitteln. Nicht ein Gran eiferischen Überzeugenwollens fällt über die Leser einher. Dabei ist „Die Leinwand” als gläubiges Buch durchaus streng; es macht aus seiner Sympahie für die Orthodoxie keinen Hehl, ja weiß sogar westlichen Auffassungen über Freizügigkeit, namentlich der Erziehung, sein sehr Kluges entgegenzusetzen. Dafür steht Nathan Bollag, eine der klarst umrissenen Figuren dieses Romans. Insofern er sich der Kenntnis von Künsten verschrieben hat, ist er geradezu ein Repräsentant des gebildeten, aber nicht assimilierten europäischen Juden. Vermittels einer großartigen Metapher weiß er seinem Neffen und unsSteinDieLeinwandZichroni das rechte Verhältnis von orthodoxer Gläubigkeit und den weltlichen Einschlüssen darin zu demonstrieren. Bollag ist nämlich Juwelier, und er liebt >>>> Demantoiden.Die Farbe des Steins war intensiv, klar und völlig gleichmäßig. Ich betrachtete die Einschlüsse, ein Bündel feinster, goldener Härchen, die allesamt aus einem Punkt entsprangen und sich zu einem leicht in sich verdrehten Bündel auffächerten. Drehte man den Stein im Licht, schien es, als wären Funken eines Feuerwerks in ihm eingefangen und erstarrt (…).
Er ist schön, sagte ich (…).
Ja, sagte mein Onkel (…). Wie viel Raum, fragte er, nimmt das Chrysolith ein in diesem Stein? (…) Nicht ein Viertel? fragte mein Onkel: Könnte es nicht ein Viertel sein oder noch mehr?
Auf keinen Fall, erwiderte ich (…).
Das denke ich auch, sagte Onkel Nathan: Der Eindruck fliegender Funken könnte nie entstehen, hätte der Einschluß nicht genügend Raum inmitten des Grüns. (…)”
Auf diese feinsinnige, sehr oft parabelhafte Weise, die durchaus der orientalischen Erzählung von Moral entspricht - immer hat sie etwas mit Deutung zu tun und vergleichsweise wenig mit Weisung -, werden einige Male mehr die Kriterien eines angemessenen Verhaltens beleuchtet.

Die gesamte Rezension finden Sie hier

Zum Geburtstag von Ronald M. Schernikau

Es gilt nicht zu berichten von Ronald M. Schernikau.

Es gilt zu berichten von der Tatsache, dass einer Kommunist sein kann, schwul und ein Schriftsteller, dessen Art zu schreiben wegweisend sein kann. Dass einer stehen kann in der Tradition von Brecht und Hacks und dabei nur zwanzig Jahre alt ist. Denn Zwanzig war Schernikau als er das Buch "Kleinstadtnovelle" schrieb, dieses Buch, dass auch vom Coming Out als Schwuler in einer westdeutschen Kleinstadt handelt und sich zugleich jedem Klischee entzieht. Die Kleinstadtnovelle ist kein Kleinstadtroman, keine queere Literatur, kein Jugendwerk. Sie ist das alles zwar auch - aber eben nicht nur. Sie ist ein Buch, welches in den Kanon der deutschen Hochliteratur gehört. Sie ist alle mehr, das heißt, wie jedes Buch der Hochliteratur, in einer bestimmten Art dauerhaft, kein Zeitdokument.

Ronald M. Schernikau ist nur 31 Jahre alt geworden. Er starb 1991 an Aids. Die Behandlungsmöglichkeiten der Krankheit waren Anfang der Neunziger schlechter als heute, die Mortalitätsrate lag wesentlich höher. Und manchmal wurde sie noch mit dem bösen Begriff "Schwulenkrebs" bezeichnet. Schernikau starb als bundesdeutscher Bürger. Er hat das nicht gewollt. Noch 1990 hat er, nachdem er auf Anraten von Peter Hacks, dem großen klassischen Dichter und Dramatiker, schon '89 in die DDR übergesiedelt war, die Staatsangehörigkeit der DDR angenommen. Er war nicht sein Wunsch, zurückvereinigt zu werden. Aber gegen geschichtliche Zeitläufe hilft der individuelle Wunsch nicht.

Mit 16 Jahren trat Schernikau 1976 in die DKP ein, Nach seinem Abitur 1980, er hatte die Kleinstadtnovelle gerade bei "Rotbuch" herausgebracht, siedelte er nach Westberlin über und wurde Mitglied der SEW, der Sozialistischen Einheitspartei Westberlins, sozusagen die DKP in der selbständigen Einheit Westberlin. Und ab 1986 studierte er, zuvor Student an der FU Berlin, in Leipzig am Institut für Literatur "Johannes R. Becher". Seine Abschlußarbeit war der Roman "die tage in l", dass im Konkret Literatur Verlag heraus kam.

Schernikau hat um die DDR gekämpft. Eindringlicher als seine Rede auf der Tagung des DDR-Schriftstellerverbandes kann ein Apell an die Einsicht, nicht wegzuwerfen, was Schmerzen verursacht für etwas, dass Verletzung bringen wird, kaum sein. "Am 9. November 1989 hat in Deutschland die Konterrevolution gesiegt. Ich glaube nicht, daß man ohne diese Erkenntnis in der Zukunft wird Bücher schreiben können.", sagte er den versammelten Autoren und erntete Missfallen bei vielen. Recht hatte er nur bedingt. Ganz offenbar kann man auch Bücher ohne jede Erkenntnis schreiben. Aber eben keine guten, keine Literatur über die Genres hinaus, die jetzt von Mittelalter, Vampiren und Gespenstern wimmeln und in denen nichts mehr stimmt. Seine Rede ist in der Tat das Beste, was man zur Niederlage sagen konnte, nicht nur im Kontext der Literatur. Sie zeigt deutlich, dass der Schriftsteller Ronald M. Schernikau verankert war, auch mit seiner Literatur, in der marxistischen Dialektik. "Der Sieg des Feindes versetzt mich nicht in Traurigkeit, eine Niederlage ist eine Niederlage, das sind Angelegenheiten bloß eines Jahrhunderts. Was mich verblüfft, ist die vollkommene Wehrlosigkeit, mit der dem Westen Einlaß gewährt wird, das einverständige, ganz selbstverständliche Zurückweichen, die Selbstvernichtung der Kommunisten. Ich habe jeglichen Glauben verloren!, das heißt: Ich bin bereit, mich dem Westen vollkommen zu überlassen. Kaum ist Honecker gestürzt, da lösen die Universitäten den Marxismus auf, da wirbt die DEWAG für David Bowie (immerhin), da druckt die FF dabei Horoskope und die Schriftsteller gründen Beratungsstellen für ihre Leser oder gleich eine SPD. Wo haben sie ihre Geschichtsbücher gelassen? Die Kommunisten verschenken ihre Verlage, die ungarische Regierung richtet in ihrem Land einen Radiosender der CIA ein, und der Schriftstellerverband der DDR protestiert gegen die Subventionen, die er vom Staat erhält. Sie sind allesamt verrückt geworden." Das war so wahr, dass es natürlich auf Ablehnung stoßen musste bei den Kollegen des Schriftstellerverbandes, bei vielen zumindest. Wer hört schon, im Hochgefühl von Ku-Damm-Lichtern und Aldi-Reklamen, von Privatfernsehen und Hochglanzmagazinen die Wahrheit.
Es ist also keine schlechte Sache, mehr zu lesen, als die Erinnerungen von Schernikaus Lebensgefährten Matthias Krings "Der letzte Kommunist" (ein gutes Buch mit einem seltsamen Titel). Auch den Autor sollte man lesen. Die Kleinstadtnovelle auf jeden Fall und die Texte zur Zeit: Königin im Dreck.
Wer mehr wissen will, dem seien auch die Seiten www.schernikau.net empfohlen. Und wer bei youtube sucht, wird ihn singend finden.

Schernikau bei youtube (1)
Schernikau bei youtube (2)

Sergej Tenjatnikow

Sergej Tenjatnikow – ein Autor unserer Zeit

Man sagt, Kunst sei Ausdruck ihrer Zeit – auf die Gedichte Sergej Tenjatnikows zutrifft dies zu; zumindest ist es nicht leicht einen Lyriker in der Vergangenheit ausfindig zu machen, der formal und inhaltlich vergleichbare Gedichte geschrieben hat. Sergej Tenjatnikows Lyrik kann also nicht nur bezogen auf ihre Entstehungszeit als zeitgenössisch bezeichnet werden. Wer ihn kennt, weiß, dass die Suche nach neuen poetischen Ausdrucksmitteln, das Neuerschaffen und nicht das Nachahmen auch ein Anspruch ist, den der Autor an sich selbst erhebt. Das vorrangige poetische Instrument Sergej Tenjatnikows ist die Metapher, seine zahlreichen bildlichen Vergleiche und Gleichnisse, für deren Verständnis nicht selten Hintergrundwissen und Kenntnisse von Nöten sind. Die Form seiner Lyrik ist modern, weil sie auf herkömmlichen Rhythmus, Versmaß und Reim verzichtet; aber die vergleichsweise schlichte sprachliche Hülle seiner Gedichte ist um so reichhaltiger an Gedanken und Inhalt.

Man kann sich fragen, ob in den Gedichten von Sergej Tenjatnikow nicht auch ein großes Maß Fatalismus mitschwingt, wie in seinem „Prager Frühling.“ Sicherlich ist die Wahrnehmung der Ohnmacht gegenüber dem eigenen Schicksal ein prägendes Element der Menschen des vergangenen Jahrhunderts; es scheint einerlei welche Macht herrscht und ihre Herrschaft mit Lügen rechtfertigt, dem einzelnen Menschen ging und geht es dort wie hier scheinbar weder besser noch schlechter. Dennoch ist der Prager Frühling ein historisches Ereignis, dessen Bewertung stark von politischen Standpunkten bestimmt wird; für die einen ist er ein diktatorisch unterdrückter Versuch der Durchsetzung einer freiheitlich-demokratischen politischen Kultur; für die anderen eine historisch notwendige Verteidigung einer sozial gerechten Gesellschaft gegen den Versuch einer Konterrevolution, die unter der demagogischen Verkleidung von Freiheit und Demokratie daher kam. Das lyrische Ich hingegen hätte während des Prager Frühlings Nutten abgeschleppt und man fragt sich doch, ob ihm der politische Streit gleichgültig ist und der Gang der Geschichte unabänderlich. Darf man dem zustimmen? Und welche Alternativen bietet das Leben sonst? Andererseits wäre die Lyrik Sergej Tenjatnikows nicht derart zeitgemäß, wenn sie nicht derart widersprüchlich und vom Standpunkt des unparteiischen kritischen Intellektuellen verfasst wäre. In ihr drückt sich meiner Meinung nach die Gefühls- und Gedankenwelt des denkenden Individuums aus, das sich in einer Übergangszeit darüber bewusst wird, dass die Mächte, dem es in Vergangenheit und Gegenwart gegenüber stand und steht, sich nicht dadurch voneinander unterscheiden, wer die Wahrheit gesagt hat und sagt, sonder wer mehr oder weniger gelogen hat und lügt; und dem manchmal wie dem Revolutionär im Gedicht „Linke Narbe“ kein anderer Trost bleibt als ein Schluck aus der Flasche – Was wäre zeitgemäßer?

Die subjektive Stellung des kritischen Intellektuellen, die der Autor in seinen Gedichten einnimmt, ist nicht zufällig gewählt; sie spiegelt naturgemäß die Stellung wieder, in der er sich selber befindet. Sergej Tenjatnikow wurde 1981 in der sibirischen Stadt Krasnojarsk geboren und lebt seit 1999 in Deutschland. An der Universität Leipzig studiert er Politikwissenschaft und Russisch. Die hier in deutscher Sprache vorliegenden Gedichte wurden alle in russischer Sprache verfasst und selbstständig vom Autor ins Deutsche übertragen. Sein Interesse für gesellschaftliche und politische Themen drückt sich auch in seinen Gedichten aus, mehr noch scheint die Wahl seiner Themen herzurühren von der Zugehörigkeit des Autors zu einer Generation, die zwischen den System aufgewachsen ist. Das Erleben des Scheiterns der kommunistischen Idee in seinem Heimatland wirkten auf diese Generation genauso wie die Erfahrung, dass die freiheitlichen Ideale westlicher Demokratien als Argumente im Kampf der Systeme tauglich waren, soziale und politische Gerechtigkeit aber ebenso wenig herzustellen vermögen. Der Sergej Tenjatnikow selbst wandelt in der losen Zeit, von der er sich geboren fühlt wie ein misslungener Witz. Die „Sprache der Zeit“ ist auch 20 Jahre nach dem versprochenen „Ende der Geschichte“ im Begriff, zu verrohen. Denn es scheint als wandere der Duce erneut durch Europa und der überflüssige Dante bleibt ungehört hinter dem Jubelschrein in den modern Gladiatorenkämpfe. Es ist zu wünschen, dass die Gedichte Sergej Tenjatnikows gehört werden; überflüssig sind sie auf keinen Fall.

Gedichte von Sergej Tenjatnikow unter: diewindmuehle.blogspot.com

Gedichte von Sergej Tenjatnikow im russichen Original: http://www.stihi.ru/avtor/stenja

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