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Eine gewisse Tendenz

Eine gewisse Tendenz als vollständiges PDF in einem Stück.
Hier

Termine

MAI
20

20.05.2013 18:30 - 21:30
Irene Runge liest in Berlin

MAI
22

22.05.2013 19:30 - 22:30
Heinrich von der Haar liest in Rathenow

MAI
24

24.05.2013 20:00 - 23:00
Dominik Plangger @ Kostbar Thomsdorf

MAI
25

25.05.2013 20:00 - 23:00
Dominik Plangger @ 11-line Potsdam

MAI
30

30.05.2013
3. PARADIESVOGELFEST

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Bühne, Leinwand, Konserve

Ankündigung

dasblauewunderWir möchten Sie auf eine besondere Aufführung aufmerksam machen. Die Berliner Company, eine professionelle und sehr gute Theatergruppe aus Berlin, die leider hauptsächlich auf Tournee ist und hier nur im eigenen, sehr kleinen Haus spielt, führt Ihr Stück über die Privatisierung der Wasserversorgung weltweit, wieder auf.

Nicht nur wegen der Qualität des Stücks und der schauspielerischen Leistungen, sondern auch wegen des aktuellen Inhalts, empfehlen wir Ihnen sehr, sich eine der Aufführungen anzusehen. Unbedingt!

Sie erfahren, wie Veolia und RWE sich das Berliner Wasser unter den Nagel gerissen haben und wie im "Wasserkrieg von Cochabamba" die Privatisierung von einer entschlossenen Bevölkerung wieder rückgängig gemacht wurde.
Nach der Aufführung berichten Mitglieder des "Wassertisches" über die Situation in der Türkei, wo die Regierung gerade dabei ist, alle Flüsse, alle Quellen, alle Seen für 49 Jahre an private Konsortien zu veräußern.

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Wie es so läuft

thumb_450px-berlin-charlottenburg_renaissance-theater_20050226_137Kein Stillstand im Renaissance Theater

Wie es so läuft? Gut läuft's am Renaissance Theater. In dem zeitlosen Stück von Neil LaBute agieren Dominique Horwitz, Sandra Cervik und Nikolaus Okonkwo unter der wirklich guten Regie von Thorsten Fischer mit Kraft und Können. Dass dabei Nikolaus Okonkwo besonders im Gedächnisbleibt (die beiden anderen mögen mir diese Hervorhebung verzeihen), liegt an seiner Rolle, die ausfüllen ihm ohne Mühe gelingt. 

Worum geht es? Nach Jahren kehrt ein Mann (Dominique Horwitz) zurück in seine Heimatstadt. Er trifft, scheinbar zufällig auf seiner Jugendliebe Bellinda, die mit dem damaligen Sportass der Schule Cody Phipps verheiratet ist. Natürlich entspinnt sich daraus eine Geschichte von Liebe und Intrigen. Doch ist nichts so, wie es scheint. Der Mann, er ist auch der Erzähler des Stückes, stülpt der Geschichte und den Zuschauern damit, Lügen über, reißt sie wieder fort; nur um sie durch neuerliche Versionen zu ersetzen. Sie verzeihen mir, dass ich kryptisch bleiben, hoffe ich. Denn wenn ich Ihnen das Stück hier zusammenfassen würde - ich würde Ihnen den Spaß nehmen.

Dem Renaissance Theater ist mit der Aufführung dieses Stückes, mit den Schauspielern und dem Regisseur ein großer Wurf gelungen.Ein kurzweiliger Theaterabend, keineswegs seicht, intensiv gespielt. Man sollte es nicht verpassen.

60 Jahre Vagantenbühne: Effi Briest

thumb_vagantenbhneBlick zurück nach vorn?

In der Vagantenbühne wird Effi Briest gespielt. Und was der Regisseur Rainer Behrend mit Ines Bartholomäus, Joanna Castelli, Katja Marie Luxembourg, Maximilian Held, Rainer Reiners und Otto Strecker auf die Bühne gebracht hat, ist in der Tat großes Theater in einem kleinen Haus. Auch wenn ich bekannter Maßen kein Freund von Kostümen bin: Hier passen sie, denn ohne die, zugegeben leichte, Kostümierung der Schauspieler würde die Sprache Fontanes aus der Verpackung der Bühne fallen. Denn natürlich ist Effi Briest kein Stück, welches nur historisch betrachtet werden kann. Die Briest hat Gültigkeit und wie kann man sich dem Heute besser näheren, als mit dem Spiegel des Gestrigen. Es stimmt also alles: Von der Regie über die großartigen schauspielerischen Leistungen, bis zur Ausstattung.

 

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Renaissance Theater: Das letzte Band

thumb_450px-berlin-charlottenburg_renaissance-theater_20050226_137Dreck unter den Fingernägeln II

Otto Sander als Krapp. Krapp als Otto Sander

Er schlurft auf die Bühne. Da ist keine Kraft mehr, da ist jede Bewegung ein Greis. Einer, dessen Vergreisung auch vom Fusel stammt, den er immer wieder heimlich säuft, für den er vom Tisch, diesem Podest der Einsamkeit aufsteht und so flink er kann, mit eingeknickten Knien, in einer wunderbar albernen Geschäftigkeit fort eilt in die hinteren Räume der Bühnenwohnung. Da hört man, wie er den Korken aus der Flasche zieht. Und diese Wohnung ist ein Loch. Kalt, heruntergekommen. Das weiß man. Auch wenn man mehr nicht sieht, als den Tisch, den Stuhl. Das Tonbandgerät dann und die Schachteln, in denen die Spulen seines Lebens konserviert sind.

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Schaubühne: Das letzte Band

thumb_schaubhne_nachtsDreck unter den Fingernägeln I

Bierbichler als Bierbichler in Samuel Becketts: Der letzte Bierbichler

Da tritt er auf wie einer, der von der Straße kommt, geht seines langen Wegs und landet an seinem einsamen, leeren Tisch. Als Beamter würde er es den ganzen Tag so aushalten, mit sturem in sich gekehrtem Blick ins ferne Nichts gerichtet, als Schauspieler muß er irgendwann anfangen. Also richtet er sich ein, trägt seine Geräte herbei, schließt sie an und sucht das Loch für den Stecker wie den Zugang zu seiner Figur. Spielt, probiert, bricht ab, zelebriert. Nur nicht zulange den schönen Moment der Verdichtung. Auf Verdichtung folgt Verflüchtigung, neuer Ansatz.

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tt09 HIER UND JETZT

thumb_tt09Marat, die Möven sind nicht tot!

Die Theatertreffen-Jury hat die 10 bemerkenswertesten deutschsprachigen Inszenierungen der vergangenen Saison für das Theatertreffen 2009 ausgewählt.
Die Kritikerinnen und Kritiker sind in Berlin, Hamburg, Duisburg, Köln, München, Sils-Maria, Wien und Zürich fündig geworden. Das Theatertreffen 2009 steht unter dem Motto: tt09 HIER UND JETZT.

 Zur Jury gehören in diesem Jahr die Theaterkritiker Eva Behrendt, Jürgen Berger, Wolfgang Höbel, Stefan Keim, Peter Müller, Andres Müry und Christopher Schmidt. 

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Der Stein - Schaubühne

thumb_schaubhne_nachtsÜberfrachtet, dass die Steine weinen

Den Stein des Anstoßes hat die SA geworfen. In die Wohnung des guten Deutschen Heising. Allerdings aus Versehen. Denn die faschistischen Schergen wollten die jüdischen Vorbesitzer treffen, denen Heising, Veterinärmediziner seines Zeichen und Mitarbeiter des jüdischen Hausbesitzers, das Haus jedoch schon abgenommen hat; und den Posten des Institutsleiters an der Dresdner Universität gleich mit.

Aus dem Angriff spinnt sich die Familie, nach Kriegsende vom Vater per Selbstmord (die letzten Worte: „Heil Hitler“) allein gelassen, ein Lügengebäude aus Widerstand und Ehrhaftigkeit zusammen. Heisings entfliehen der DDR in den kompatibleren Westen und kehren nach der sogenannten Wende wieder zurück, um nun erneut das Haus einzunehmen und die dortigen Bewohner zu enthausen.

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Donna Davison

thumb_berlin_deutsches_theater_kammerspieleDer Graf von Monte Fisto hat auch nur 14 Zentimeter

Als Auftragsarbeit für das Deutsche Theater hat Thomas Jonigk das Stück „Donna Davison“ geschaffen. Und er hat seine Sache gut gemacht. Auf die Bühne gebracht hat es Hanna Rudolph, die dabei auf eine ausgesprochen stimmig spielende Truppe zurückgreifende konnte. An den Darstellern, der Regie und dem Stück gab es also nichts zu tadeln. Das macht meine Arbeit nicht einfacher. Gute Kritiken zu schreiben, ist viel langweiliger, als Verrisse – aber was bleibt mir anderes übrig.

Worum geht es? Donna Davison (großartig: Alwara Höfels) ist Pronodarstellerin und Geschäftsfrau. Sie sieht sich als Feministin. Eine Position übrigens, die bei jenen Frauen, die ihr Geld mit Sexualität verdienen, nicht unüblich ist. Sie soll in einem Film über Pornografie spielen, den eine ambitionierte Regisseurin (Katharina Schmalenberg) dreht. Mit dabei ist Jan Friedberg (Thomas Huber), Schauspieler, der Pornodarsteller Tom Donkey (Michael Benthin) und der Nebendarsteller Markus (Sven Walser). Nicht nur, dass sich die Regisseurin daran abarbeitet, der Pornodarstellerin all die Klischees zuzuordnen, die das ordentliche „Emma“ und „Frau im Spiegel“ lesende Publikum erwartet, es gehen auch die Relationen verloren.

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