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Eine gewisse Tendenz

Eine gewisse Tendenz als vollständiges PDF in einem Stück.
Hier

Termine

MAI
18

18.05.2013 20:00 - 23:00
Prinz Chaos II. @ Ateliertheater Erfurt

MAI
20

20.05.2013 18:30 - 21:30
Irene Runge liest in Berlin

MAI
22

22.05.2013 19:30 - 22:30
Heinrich von der Haar liest in Rathenow

MAI
24

24.05.2013 20:00 - 23:00
Dominik Plangger @ Kostbar Thomsdorf

MAI
25

25.05.2013 20:00 - 23:00
Dominik Plangger @ 11-line Potsdam

MAI
30

30.05.2013
3. PARADIESVOGELFEST

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Bühne, Leinwand, Konserve

Zwiefacher Weg

180px-berlin_schaubhne_nachtsDer Weg

Im Studio der Schaubühne führte die Jugendtheatergruppe "Die Zwiefachen" das Stück "Der Weg" auf. Und es war eine Aufführung, die weit über die üblichen Darbietungen durchschnittlicher Laienspielgruppen hinausging. Um ehrlich zu sein: Ich kann gar nicht glauben, dass alle aus dem Kreis der Sieben, die unter der Regie von Uta Pape auf der Bühne standen, nicht aus Schauspielschulen kommen. Denn einige von denen, die da agierten, taten das mit einer Fehlerfreiheit, die, wenn sie gar noch nicht anders geformt ist, als von der Regisseurin (die Theaterpädagogin an der Schaubühne ist) und dem eigenen Spiel, als ausgesprochene Talente gelten müssen, die der deutschen Theaterszene hoffentlich nicht verloren gehen werden

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Verzeihung, Ihr Alten

thumb_berlin_maxim-gorki-theaterVerzeihung, Ihr Alten, wo finde ich Zeit, Liebe und ansteckenden  Irrsinn?

Maxim-Gorki-Theater

Wo auch immer, nur nicht in dieser Inszenierung!

Das „Pflegeheimdrama“ des dänischen Autors Christian Lollike ist ein  Stück über Liebe und Einsamkeit, Vernunft und Wahnsinn, Leben und Tod  vor dem Hintergrund einer stetig alternden Gesellschaft und den  Umgang der Jugend mit den für sie nicht verständlichen  Absonderlichkeiten und Gebrechen der Alten. Ein Generationenkonflikt. Ausgelagert aus der der virilen  Leistungsgesellschaft. Der Autor stellt die typischen Vertreter ihrer Zunft vor und führt  sie in Lebenslagen, die skurril und überzogen wirken und dabei doch  ihre Wirklichkeit wiederspiegeln.

Das Stück birgt in seiner Direktheit die Verlockung allzu  leichtfertig mit ihm umzugehen und sich blind auf die zugleich  poetischen und tragisch-komischen Dialoge und die Wirksamkeit der  plakativen Figuren zu verlassen. Eben dieser scheint Regisseur Matthias Huhn leider erlegen.

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Werthers Echter

thumb_180px-der_junge_goethe_gemalt_von_angelica_kauffmann_1787Die Leiden des jungen Werther

Gorki Theater 

Ich habe den Werther gesehen! Ich haben den WERTHER gesehen! Ich habe den Werther GESEHEN! Und es war nicht die Premiere. Aus mir selbst unbekannten Gründen, habe ich mich um zwei gute Jahre verspätet. Entschuldigung. Ich wäre sonst aufgestanden. So blieb mir nur, innerlich aufzustehen beim Schlußapplaus; der mir übrigens zu kurz vorkam.

Es ist eine überragende Inszenierung. Ohne Firlefanz, ohne Schmu. Aber von solch überwältigender Eindringlichkeit, dass es schwerfällt dafür Wörter zu finden. Fritzi Haberland als Lotte, mit einer so winzigen Schwäche im Verlaufe des Abends, dass diese vielleicht nur wenigen auffiel, Hans Löw als Werther, großartig und Ronald Kukulies als Albert, bravourös und so intensiv im Spiel, dass es einem den Atem nahm. 

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Hamlet - alles Gorki

thumb_hw-shakespeare"Ich bin tot" - Hamlet im Gorki-Theater

Tilmann Köhler hat den Hamlet im Gorki Theater inziniert und dabei keine schlechte Arbeit abgeliefert. Allerdings gefällt mir die Übersetzung von Heiner Müller nicht. Sie ist inkonsequent, und dieses meiner Meinung nach ungewollt, in ihren Ebenen, sie ist zu hermetisch, dort wo Wörter Tapetentüren in den Sätzen öffnen sollten und zu non-chalant, wo Brachialität gefragt ist. Gleichwohl, die Störung war verkraftbar.

Köhlers Regiearbeit ist nicht von überwältigender Innovation geprägt. Sie verwendet gängige Muster. Und doch ist sie mindestens gute Unterhaltung. Einige der Regieeinfälle überwinden die Fallen des Bühnenbildes, welches mir ausgeprochen gut gefallen hat und für das Karoly Risz die Verantwortung trägt. Davon darf man sich überraschen lassen. Und diese Einfälle sind es, die über die ohne Frage vorhandenen Längen hinwegzusehen helfen. So springt Hamlet den "unsichtbaren" Polonius zu Tode und der erklärt auch dem geneigten Publikum: "Ich bin tot". Das ist ein gute Idee und Dinge solcher Art kommen gut an beim Publikum. Auch die Fechtszene, in der Wasserflaschen als Degen dienen, ist nicht von schlechten Eltern, sondern ordentlichen Musen.

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Jenseits - Bist du schwul oder bist du Türke

thumb_hau3Das Dilemma der Vergleichung

(Hau3) JENSEITS - Bist du schwul oder bist du Türke? So der Titel. Wie sich herausstellt - eine unentscheidbare Frage. Aber dazu später. Der Abend: fünf Monologe – fünf Schauspieler und eine Sängerin. Das Nummernprogramm: eine Mischung aus Agitprop und Comedy - der Form nach. Das Thema - sensibel und wichtig - wird von den fünf Akteuren authentisch und überzeugend vorgetragen. Der Text – eine Kompilation aus Interviewprotokollen – ist in Ermanglung eines dramatischen Textes zu Monologen zusammenmontiert.

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Mutters Courage

thumb_kz_birkenau_hauptgebaude_320x240 Mutters Courage

George Taboris Stück im Renaissance-Theater

Auf der Bühne des Theaters: Ein Stuhl und ein Sessel. Zwei Seile überspannen sie in der Breite. Mehr braucht es nicht, um in den folgenden neunzig Minuten ein Abbild der faschistischen Grausamkeiten zu schaffen, welches schärfer, brutaler und eindringlicher, aber auch tragikomischer, leichter geschrieben und schwerer auch, mir nicht denkbar scheint.

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Fiasko in der Volksbühne

Castorfsche Möbiusschleife

Die Massnahme Mauser an der Volksbühne

Gleich vorweg, damit das nicht in den falschen Hals kommt: Sowohl Brechts Stück „Die Maßnahme“, als auch Heiner Müllers Maßnahmen-Kritik „Mauser“ hätten die natürliche Veranlagung auf einer Bühne befruchtend zu kopulieren. Das, was ich am Gründonnerstag auf der Bühne der Volksbühne gesehen habe, war allerdings ein Coitus interruptus, bei dem der Verkehr schon in den ersten Minuten abbrach und die inpotente Phase bis zum Ende andauerte.

Was Castorf (sozusagen die Gesamtregie für „Die Maßnahme/Mauser“) und Meg Stuart (nur „Mauser“) da auf die Bühne stellten und drei Stunden lang hängen ließen, war sozialpädagogisches Studententheater aus den Siebzigern. Das mag modisch gerade „in“ sein. Gut hingegen ist es nicht. Es fehlte an allem: Sowohl das Bühnenbild (eine Art Rampe aus grob zusammengehauenen Brettern) dessen dramaturgischer Sinn sich nicht erschließt, als auch die Umsetzung der Stücke zu einem sich gegenseitig falsifizierendem Ganzen sind mangelhaft, die Leistungen der Schauspieler entsprechen diesem Bild. Da wird geschrien, man läuft auf und ab, sitzt um Tische, springt auf und zu guter Letzt – vermutlich damit die 70-Jahre Retro-Aufführung auch richtig schön rüberkommt – wird auf der Bühne zu (ziemlich guter Bassgitarren-Musik) getanzt, wie ich es das letzte Mal von der Freitanzgruppe in der Freien Republik Wendland gesehen habe.


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Die Dunkelheit ist das Licht

schaubuehnestadt1Doppelpremiere von „Die Stadt“ und „Der Schnitt“ an der Schaubühne am Lehniner Platz

Die Dunkelheit ist das Licht

Diese Behauptung in Mark Ravenhills „Der Schnitt“ („The Cut“) könnte eher umgekehrt gemeint sein. Wo Licht ist Dunkelheit, denn die Welt, die der 42-jährige Engländer zeichnet, ist so schön und neu wie bei Huxley oder so eng und bedrohlich wie bei Kafka. Da werden die Zuschauer so sinnlos wie auf den Flughäfen durch ein Zick-Zack-Labyrinth zur Spielstätte geleitet, so üppig an Umweg und zielstrebig wie es die Schafe auf ihrem letzten Weg zum Schlachthaus erleben (Jan Pappelbaum – Raumgestaltung). Im großen dunklen Raum werden die Aussichten in die gegenwärtigen Welten der Funktionalität und der Kontrolle projiziert. 

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